NUR EIN SATTER BEAGLE IST EIN ZUFRIEDENER BEAGLE

24. Mai 2013

Parallel-Universum

Jeden... ich betone: Jeden Morgen! betreten Ich und Herrchen ein Parallel-Universum und bestaunen - meist als unbeteiligte Zuschauer, im ungünstigen Fall involviert in das Geschehen - einen ungleichen Kampf:

Frauchen vs. Garderobe 
(Wenn man Frauchen so reden hört, kann es sich nur um eine gegen sie gerichtete Verschwörung der Klamotten und Schuhe handeln)

Dabei fängt alles immer ganz harmlos an. Frauchen setzt wie jeden Morgen auf den letzten Erinnerungsweckruf des Handys ihren Fuß (vermutlich jedes mal den linken) vors Bett.

Herrchen vertritt ja die Auffassung damit fange alles Übel schon an. Er faselt dann immer was von einem alten militärischen Wahlspruch: "fünf Minuten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit...".
(Wobei ich den Spruch nicht ganz verstehe. Fünf Minuten entscheiden manchmal über Leben oder Tod... aber das ist ja ein anderes Thema.)

Der Mensch braucht offenbar Rituale... Frauchen ganz besonders. So gibt es an der morgendlichen Ordnung erst einmal nichts auszusetzen: Frauchen macht Kaffee und zwei "Kippchen" und ab ins Bad. Soweit so gut.
Nun gibt es für Frauchen, mehrere Varianten der morgendlichen Körperhygiene:

1. Duschen ohne Haare
2. Duschen mit Haare
3. Nur Haare

Nach welchen Kriterien welche Variante zum morgendlichen Einsatz kommt, hinter dieses Geheimnis bin ich bis heute nicht gekommen.

Ich persönlich bevorzuge die 2. Variante von Herrchen:

1. Dusche
2. Keine Dusche

Nun beginnt Frauchen (ich glaube hier wird schon die Weiche gestellt, die später ins Verderben führt) mit der Vorbereitung dessen, was Frau am Ende schminken nennt:

Puder, Puder... noch mehr Puder, Eye-Liner, Wimperntuschen (natürlich kommt hierfür nur ein "Millionisierer" oder wie das Ding heißt, in Frage), Augenbrauen nachziehen, Wangen betonen. Man merkt, bis hierhin ist alles Routine... läuft quasi wie geschmiert.

Es folgt das Vorstadium zum Armageddon: Haare fönen!
Sollte hier etwas - meist ein Haar - nicht so liegen wie geplant (muss scheitern, denn der einzige Plan besteht darin sich jeden morgen Neu zu erfinden), sieht Frauchen sich persönlich gescheitert.

Manchmal ist es nur der aufmunternden Worte von Herrchen zu verdanken, dass Frauchen sich nach dem Haar-Styling überhaupt noch einmal aufrappelt und in ihre Garderobe schlüpft!

Hier mache ich einmal einen kurzen Cut und tauche - zum besseren Verständnis der Materie - ein, in die faszinierende Logistik von Herrchen:

Aufstehen, Toilette, meist Variante 2. (da am Vorabend geduscht), anziehen (Klamotten am Vorabend bereitgelegt), Haare. Fertig. Zeitaufwand ca. 15 -20 Minuten.

Wo waren wir? Ach ja... Stichwort: Garderobe.


Eigentlich ein simpler Vorgang, der lediglich ein wenig Geschick erfordert um Kleidungstücke in logischer Reihenfolge an den Körper zu bringen. Man spricht auch schlicht von: Ankleiden (offenbar ein Begriff aus einer Zeit, da kannten die mein Frauchen noch nicht).

Das, was man vor einer nuklearen Kettenreaktion als "kritische Masse" bezeichnet, findet bei uns allmorgendlich im Schlafzimmer statt:

Tags zuvor gebügelte und bereitgelegte Oberteile passen nicht zur unvorhersehbaren morgendlich vorherrschenden Wetterlage und scheiden somit kategorisch aus.

Logische Konsequenz: evtl. ins Auge gefasste farblich abgestimmte Beinkleider (passend zum bereits obsolet-en Oberteil) müssen neu überdacht und im günstigen Fall neu organisiert werden. (Meist scheidet organisieren aus, man erinnert sich noch an den mangelnden Plan?)

(Spätestens jetzt verstehe ich Herrchen in seinen Bemühungen - die ich bisher immer irgendwie abbügeln konnte - mir die "Chaos-Theorie" etwas näher zu bringen. Ich glaube, ich werde mich damit demnächst auseinander setzen.)

Frauchen wäre nicht Frauchen, wenn sie nicht auch in einer völlig ausweglosen Lage noch eine Chance sehen würde.

Die Chance in ihrem Falle: Probieren.

Oberteil gepaart mit Hose, Hose gepaart mit Oberteil (gefühlte drei Stunden nach dem aufstehen, Deo und aufgelegtes Parfüm versagen langsam ihren Dienst) hangelt sie sich am Rande eines Nervenzusammenbruchs hin, zur alles entscheidenden Frage:

"Schatz... welche Ohrringe passen zur Kette, was meinst Du... welche Schuhe?"

Da ist es wieder... das Wir-Gefühl. Herrchen zu diesem Zeitpunkt schon schwankend zwischen Apathie und Herzattacke, nickt dann meist nur noch ab.
Mich könnte man - selbst wenn man wollte - gar nicht mehr fragen, ich bin noch ganz benebelt von den Parfüm und Haarspray Schwaden die durch die Wohnung wabern.

Mit einem "Du könntest ja auch mal sagen: Schatz... Dir steht einfach alles" rauscht sie dann 1,5 - 2,0 Stunden nach dem Aufstehen not amused ab.

Bei ca. 221 Arbeitstagen im Jahr, bekommt man vielleicht eine Vorstellung davon, was Ich und mein Herrchen schon frühmorgens durchmachen.

Einen schönen Tag noch!

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